Geschichte

Der Thüringer Dachdeckergeselle Christian .....Albin Korn ging auf die Walz und kam nach Oschatz. Die Gründung seiner Schieferdeckerei wurde am 28.01.1896 beurkundet. Der erste Sitz der Firma Korn war in der Oschatzer Gartenstraße.

Dachdecker der Firma Korn in den 30er Jahren.
Dachdecker der Firma Korn in den
30er Jahren.
Dachdecker der Firma Korn in den 30er Jahren.


Albin Korn heiratete Marie Clauß. Ihre vier Kinder, Richard, Else, Curt und Erich, wuchsen im neuen Wohn- und Geschäftshaus in der Theodor-Körner-Straße 5b (erbaut 1898) in Oschatz auf. Im ersten Weltkrieg 1916 fiel der älteste Sohn Richard.

Firmensitz seit 1898
Theodor-Körner-Straße, 04758 Oschatz Firmensitz seit 1898
Firmensitz im März 2013

Erich und Curt erlernten den Beruf des Dachdeckers. Nach dem tödlichen Unfall ihres Vaters übernahmen die Söhne 1923 gemeinsam das Geschäft. Die Brüder eröffneten eine Filiale in Wermsdorf. Während des 2.Weltkrieges entstanden daraus zwei selbständige Betriebe. Zu den Aufträgen in dieser Zeit gehörte auch die Reparatur von Bombenschäden in Leipzig und Berlin. Nach dem Krieg wurde der Lagerplatz an der Gasanstalt in Oschatz aufgegeben. Dafür entstand am Steinweg ein neues, großes Betriebsgelände. Hier nahm Curt Korn auch die Produktion von Betondachsteinen auf. Es wurden Biber von Hand gefertigt und an der Luft getrocknet. Damit wurde eine Versorgungslücke geschlossen.


Besonders stolz war Curt Korn, dass nicht nur sein Sohn, der ebenfalls auf den Namen Curt getauft wurde, sondern auch sein Schwiegersohn, Günther Keilwagen, Dachdeckermeister wurden. Er unterstützte diesen bei der Gründung eines eigenen Betriebes in Mügeln. 1962 übergab Curt Korn sen. den Dachdeckerbetrieb an seinen Sohn. Von nun an war der Firmensitz Am Stadthaus 10 in Oschatz, dem Wohnhaus der Eheleute Curt und Ruth Korn.

Der Kirchturm in Dahlen
Nach einem starken Sturm hatte sich
das Kreuz gelöst und hing nur noch
an der Kupferkugel.
Das Kreuz wurde ohne Kran,
nur mit Seil und Rolle geborgen.
Die Arbeiten wurden nur mit einer
Turmrüstung ausgeführt.
Der Kirchturm in Dahlen
Das neue Kreuz aus VA-Stahl.
(v.l. Kurt Korn JR.
Achim SChubert
Martin Rösner)


Curt Korn sen. verstarb 1967 nach einer schweren Operation. Seine Frau, Clara, führte die Ziegelproduktion noch einige Jahre weiter. In den 70er und 80er Jahren war die Rentnerin Johanna Thomas, die Schwiegermutter von Curt Korn jun., die einzige Frau, die auf den Dächern von Oschatz und Umgebung arbeitete. Trotz der Steine, die der sozialistische Staat privaten Handwerkern in den Weg legte (ungünstige Steuersätze, ungenügende Materialzuteilung, Einschränkung der Löhne und Belegschaftsstärken), haben es Curt und Ruth Korn geschafft, die Firma über die Zeit des Sozialismus in privater Hand zu behalten. Sie trotzten allen Versuchen, die Firma in eine Genossenschaft oder gar in Staatseigentum einzuverleiben. Dabei hielten ihnen viele Mitarbeiter die Treue.

Bau des Kirchturms in Borna - 1983
Die frühere Ziegeldeckung wird durch Schiefer ersetzt (R. Korn). Es war sehr heiß.
Bau des Kirchturms in Borna - 1983
Aufsetzen der Wetterfahne (A. Schubert, R. Korn). Es wehte ein kalter, stürmischer Wind.
Bau des Kirchturms in Borna - 1983
Abdichten der Turmkugel (R. Korn, H. Apelt) durch Klempnermeister Horst Apelt aus Oschatz.

 

Ihr Sohn, Ralf Korn, schaffte es am 1.3.1990 eine zweite private Dachdeckerei zu eröffnen. Die Wende, der Start in die Marktwirtschaft, brachte auch für die beiden Firmen Korn zu begrüßende Veränderungen. Neues, besseres Material und moderne Technik machten das Dachdeckerhandwerk wieder attraktiver. Curt Korn führte seine Firma über das Rentenalter hinaus bis zu seinem Tode am 15. April 1998.

Betriebshof in der Thomas-Müntzer-Straße 6, 04758 Lonnewitz


Die Tradition wurde im Betrieb des Dachdeckermeisters Ralf Korn fortgeführt. Im Oschatzer Ortsteil Lonnewitz entstand aus einem alten Bauernhof ein großes zweckmäßiges Betriebsgrundstück, mit modernster Technologie und Technik, verbunden mit traditioneller Handwerkskunst.


Im Dezember 2010 übergab Ralf Korn die Geschäfte an seinen Sohn Henry Korn. Die über 115-jährige Tradition lebt heute im Betrieb Dachdecker Korn GmbH & Co. KG weiter. Der Firmensitz wurde wieder in das Wohn- und Geschäftshaus auf der Theodor-Körner-Straße 5b in Oschatz verlegt.

Team Korn

Henry Korn und seine Mitarbeiter freuen sich, Ihnen ihre Dienste anbieten zu dürfen.